Die Idee

„Mangelnde Vorstellungskraft ist ein mächtiger Widersacher von Gerechtigkeit und Emanzipation“ – Carolin Emcke 

Was ist MIA?

MIA ist ein Kunst- und Vermittlungsprojekt, welches Menschen zum Kreieren, Nachdenken und Neudenken anregen möchte. Es ist niedrigschwellig konzipiert und kann mit geringem finanziellen Aufwand überall durchgeführt werden; somit ist es besonders auch für ländliche Regionen geeignet. 

MIA steht für Musikalische Improvisation für Alle. Es ist ein künstlerisches Angebot, welches aus einem ein- bis mehrtägigen Workshop besteht und mit einer gemeinsamen öffentlichen Performance der Teilnehmenden und der Projektleiterinnen endet.
Im Workshop lernen die Teilnehmenden, sich musikalisch mithilfe von Freier Improvisation auszudrücken. Sie erarbeiten mit diesen Fähigkeiten eine Performance zu einem Thema, welches im Kern soziale und gesellschaftliche Fragen behandelt und entweder vorgegeben oder von den Teilnehmenden gewählt wird. 

MIA richtet sich bewusst an einen großen Teil der Bevölkerung und ist umsetzbar mit allen Erwachsenen und Heranwachsenden ab zwölf Jahren. 

Was ist das Besondere an MIA? 

Die Beschäftigung mit Freier Improvisation erfordert keine spezifischen musikalischen Kenntnisse, also auch keine Notenkenntnis. Dies bietet einen Raum, in dem alle auf Augenhöhe kommunizieren können, unabhängig davon, ob und wie gut sie ein Instrument spielen. 

Freie Improvisation ist eine Musik, die nicht zu einem speziellem Kulturkreis oder Bildungsgrad gehört und deswegen jeden einlädt, einen persönlichen Zugang zu finden.
Im Mittelpunkt steht die Freude daran, Neues zu wagen, die eigenen Fähigkeiten zu erforschen und zu erweitern, sowie die Fähigkeiten der anderen kennen zu lernen – dies alles in einer anregenden Umgebung ohne Druck und mit Spaß. Gemeinschaftlich setzen wir uns dann künstlerisch mit Themen auseinander, welche die Teilnehmenden beschäftigen und deren unterschiedlichen Lebensrealitäten und Identitäten gerecht werden. Dies kann in Form einer Kurzgeschichte sein, zu der Musik komponiert wird, eine Stummfilmvertonung, Arbeit mit Gedichten, Bildern, Geräuschen und vieles mehr. 

Warum machen wir MIA? 

Wir sehen Heterogenität in der Gesellschaft als Segen, aber auch als Herausforderung an, welche alle Menschen gleichermaßen angeht. Systemische Ungerechtigkeiten sind in der Bundesrepublik nicht immer für alle sichtbar, aber dennoch vorhanden, sei es aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Aussehen, körperlichen oder geistigen Fähigkeiten, sozialem Status, Religion oder Folgen der Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands. 

Wir wollen in einem künstlerischen Rahmen, in zugänglicher Sprache und ohne erhobenen Zeigefinger eine handlungsorientierte und aktive Auseinandersetzung mit sozial relevanten Themen stimulieren. 

Über die Erweiterung des eigenen Horizonts durch Musik, Geschichten und Bilder aus diversen Lebenswelten wollen wir diese Themen in die Mitte der Gesellschaft holen, sodass es nicht nur den Betroffenen und Benachteiligten auferlegt wird, darüber zu reden. 

Die beiden Gründerinnen von MIA sind im ländlichen Niedersachsen aufgewachsen, wo sie in ihrer Jugendzeit leidenschaftlich musizierten. Aber Musik als Beruf – obendrein in der Sparte Jazz und Improvisierte Musik, zusätzlich als Frau und somit Minderheit in dieser – das erforderte Mut. Sie wissen um die Bedeutung eines inspirierenden musikalischen Umfeldes. Die Existenz eines solchen in ihren Heimatorten hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sie sich später für ein Musikstudium entschieden haben.